Steuerthemen zum Jahreswechsel 2019/2020

Zum Jahresende 2019 sind eine Reihe steuerrechtlicher Neuerungen mit Auswirkungen auf das laufende Jahr 2020 verabschiedet worden. An dieser Stelle weisen wir Sie auf einige wichtige Änderungen hin, weitergehende Informationen erhalten Sie gerne im persönlichen Gespräch mit uns.

Reisekosten, Verpflegungsmehraufwendungen

Mehraufwendungen für die Verpflegung bei einer auswärtigen beruflichen Tätigkeit außerhalb der Wohnung bzw. der ersten Tätigkeitsstätte können nur mit gesetzlich vorgegebenen Pauschalen steuerlich geltend gemacht werden.

Für die eintägige auswärtige Tätigkeit (ohne Übernachtung) wird eine Verpflegungsmehraufwandpauschale ab 01.01.2020 von 14 € (vorher 12 €) berücksichtigt, wenn eine Abwesenheit von mehr als acht Stunden von der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte gegeben ist.

Bei einer mehrtägigen auswärtigen beruflichen Tätigkeit im Inland wird für den An- und Abreisetag jeweils die Pauschale ab 01.01.2020 von 14 € (vorher 12 €) berücksichtigt, ohne dass es auf eine Mindestabwesenheitszeit ankommt.

Für den Zwischentag, also der Tag, bei dem die Abwesenheit 24 Stunden beträgt, wird die Pauschale ab 01.01.2020 von 28 € (vorher 24 €) berücksichtigt.
Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie in unserem Download ‚Merkblätter‘.

Anhebung der Kleinunternehmergrenze

Es wurde eine für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 befristete Abschaffung der Verpflichtung zur monatlichen Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung für Neugründer beschlossen. Die Anhebung der Kleinunternehmergrenze von 17.500 € auf 22.000 € tritt bereits zum 01.01.2020 in Kraft.

PKW-Überlassung bei Minijob unter Ehegatten

Der BFH hat entschieden, dass die Überlassung eines Dienstwagens zur uneingeschränkten Privatnutzung ohne Selbstbeteiligung im Rahmen eines geringfügigen Ehegatten-Arbeitsverhältnisses fremdunüblich ist.

Im vom BFH entschiedenen Fall beschäftigte der Kläger seine Ehefrau als Büro- und Kurierkraft auf 400-€-Basis. Er überließ ihr im Rahmen des Arbeitsvertrages den PKW zur uneingeschränkten Privatnutzung. Den Sachbezug hieraus ermittelte er nach der 1 %-Regelung und rechnete diesen auf den monatlichen Lohnanspruch von 400 € an und zog seinerseits den vereinbarten Arbeitslohn als Betriebsausgabe bei seinen Einkünften aus Gewerbebetrieb ab.

Nach den Grundsätzen des Fremdvergleichs hielt der BFH eine uneingeschränkte und zudem selbstbeteiligungsfreie Dienstwagennutzung für Privatfahrten an einen fremden Dritten für ausgeschlossen.

Pendlerpauschale und Mobilitätsprämie

Mit dem „Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht“ soll ab 2021 und bis Ende 2026 die steuerliche Entfernungspauschale (auch für Heimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung) ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent angehoben werden. Der Maximalbetrag von 4.500 € bleibt jedoch bestehen. Für Pendler, bei denen dies keinen steuerlichen Effekt hat, insb. bei zu versteuerndem Einkommen innerhalb des Grundfreibetrags, wird alternativ eine sog. Mobilitätsprämie eingeführt. Die Mobilitätsprämie beträgt 14 % dieser erhöhten Pauschale. Die Maßnahmen sollen zum 01.01.2021 in Kraft treten.

Als weitere steuerliche Maßnahme des Klimaschutzprogramms 2030 ist noch mit einer weitergehenden Umstellung der Kfz-Steuer auf den CO2-Ausstoß zu rechnen. Jedoch wurde dieser steuerliche Teil des Klimapakets am 29.11.2019 nicht vom Bundesrat angenommen, sondern der Vermittlungsausschuss angerufen.